Digitaler Won: Südkorea startet im September Live-Tests mit neun Banken
Südkoreas Zentralbank holt ihr Digitalwährungsprojekt aus dem Labor. Ab September testet die Bank of Korea tokenisierte Won-Einlagen im Echtbetrieb mit neun Geschäftsbanken — darunter KB Kookmin, Shinhan, Hana und Woori sowie als Neuzugänge Gyeongnam Bank und iM Bank. Die Notenbank stellt die Blockchain-Infrastruktur, die Institute geben eigene Einlagen-Token aus und verwalten sie. Erstmals sollen auch Privatkunden tokenisierte Won über Bankgrenzen hinweg bewegen können, und zwar rund um die Uhr. “Ab der zweiten Phase legen wir den Grundstein für die Kommerzialisierung”, heißt es aus der Zentralbank.
Rückenwind kommt von oben: Notenbankchef Shin Hyun-son, seit April im Amt, hat das CBDC-Projekt zur Priorität erklärt. Parallel entwirft Hana Bank eine Infrastruktur für Won-Stablecoins, während der Gesetzgeber die regulatorische Einordnung von Kryptowährungen überarbeitet. Vollständig eingeführt haben eine CBDC weltweit bislang nur die Bahamas, Nigeria und Jamaika.
Für Anleger ist der Test vor allem ein Signal: Staatliches Digitalgeld und private Won-Stablecoins entwickeln sich in Asien jetzt parallel — wer dort investiert, sollte beide Schienen im Blick behalten.