Technik

WAIC in Shanghai: China zeigt KI-Vollausbau mit Huawei-Hardware statt US-Chips

Die World AI Conference in Shanghai ist am 20. Juli zu Ende gegangen — mit Rekordzahlen und einer klaren Botschaft: China baut seinen KI-Stack zunehmend ohne US-Technik. Mehr als 1.100 Aussteller zeigten auf über 100.000 Quadratmetern rund 3.000 Exponate, darunter mehr als 300 Weltpremieren. Staatschef Xi Jinping hielt erstmals selbst die Eröffnungsrede.

Technisches Highlight war Huaweis Atlas 950 SuperPoD: ein Rechenverbund aus 8.192 Ascend-950DT-Beschleunigern, nach Herstellerangaben ohne US-Komponenten gefertigt und über das optische Fabric UnifiedBus 2.0 zu einem einheitlichen Speicherpool verschaltet. Huawei verspricht 8 Exaflops FP8-Leistung und reklamiert das 6,7-Fache von Nvidias NVL144-System; verfügbar sein soll die Maschine ab dem vierten Quartal. Chinas KI-Branche setzte 2025 nach offiziellen Angaben erstmals mehr als eine Billion Yuan um, umgerechnet rund 147 Milliarden US-Dollar.

Ob eigene Hardware plus offene Modelle reichen, um die USA zu überholen, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Abseits von Nvidia entsteht ein zweites Ökosystem — mit eigenen Werkzeugen, aber auch eigenen Abhängigkeiten. Für Selfhoster könnte das mittelfristig mehr Auswahl bei KI-Beschleunigern bedeuten.

Quelle: golem.de